Der "BUNTE SOMMER" war die letzten Jahre bei den Einheimischen genauso beliebt, wie bei den Feriengästen.
An diese oft schwierigen Anfänge, die mit einfachsten Mitteln und geringen finanziellen Grundlagen (es wurden bis heute keine öffentlichen Gelder dafür benötigt) geschafft wurden, erinnerte der Vorsitzende des Seepark-Ausschusses, Hermann Zapf, bei seiner Begrüßung zur „Bayerischen Gaudi-Nacht“ im Seepark. Er bat um einen Applaus für die Leute, die von Anfang an tatkräftig mit dabei sind. Auch Bürgermeister Sepp Schmid und Verkehrsamtsleiter Stephan Frisch galt der Gruß von Zapf. Humorvoll meinte Zapf, man habe diesen Termin für die Gaudinacht in weiser Voraussicht so gelegt, um die Tränen für das verlorene Halbfinal-Spiel der deutschen Mannschaft bei der WM zu trocknen.
Schon bald stellte sich heraus, dass man mit der Wahl der beiden Gruppen dieses Abends eine gute Wahl getroffen hat.
Von gelebter Ökumene erzählte der gereimte Witz von Brigitte, wonach Pfarrer und Mesner nach einem Saunabesuch eine Wiederholung anstrebten. Den Einwand des Mesners, dass morgen eine „gemischte Sauna“ stattfindet, wischte der Pfarrherr mit der gütigen Bemerkung, dass ihm „ein paar evangelische nichts ausmachen“ rigoros zur Seite.
Trotz der Tücken des Alters („Wenn wir endlich einmal so alt sind, dass wir keine Hemmungen mehr haben, dann kann die Nacht gar nicht finster genug sein.“), träumten die vier Bayernpoetinnen trotzdem noch von einem Traumprinzen. Der nächtliche Träum von einem geküssten Frosch, der sich dann als Prinz Charles entpuppte, entlockte jedoch so mancher Frau die Entdeckung, dass auch Froschschenkel recht gut schmecken.
Kurzerhand erkoren sie Hermann Zapf als ihren „Traumprinzen“, verpassten ihm eine Krone und nahmen ihn in ihre Mitte. Mit einer Runde Blutwurz brachte er das Blut der Holledauer Frauen-Power-Gruppe so richtig zum Wallen.
Auch von unterdrückten Männern, die nur „in ihrer Badewanne Kapitän sind“, doch ansonsten nicht viel zu sagen haben, wussten sie gesanglich zu berichten. „Männer sollen auch mal sagen, wo’s langgeht, aber nicht zu oft!“ war da zu hören. Gehörig auf die Schippe nahmen die vier Holledauer Damen auch die (angebliche) Wehleidigkeit und das ungestörte Ausleben von „windigen“ Verdauungsproblemen des männlichen Geschlechts. „Drum pfoits liaba euern Oidn, denn nichts bessers kimmt ned nach!“ gaben sie ihren aufmerksam lauschenden Artgenossinen als Ratschlag, „denn einen Jüngeren ohne Falten, den müsste man sich erst wieder ziehen!“ Erstaunlicherweise gefielen diese Verse vor allem den anwesenden Männern, was sie unter Lachen und begeistertem Klatschen zum Ausdruck brachten. „Es gibt hoit zwoaraloa Manner: a Gscheiter hoits aus und um a Glump is net schad!“
Zungenfertigkeit und gutes Gedächtnis brachten „Zwoaraloa“ zum Erstaunen der Zuhörerschaft vor, als sie erst für das männliche, dann für das weibliche Geschlecht einen sehr einfallsreichen und fantasievollen Schimpfwortschatz musikalisch darboten. „Mia wollten damit nicht schockieren, owa schee sans scho, und wer woaß, ob mas ned amoi braucha ko!“, war da von Brigitte zu hören.
Ein musikalisches Denkmal setzte sie sich mit dem Lied von der „Niederumelsdorfer Schönheitskönigin“ (Melodie war bekannt), die mit einer super Traumfigur jetzt als Stripease-Tänzerin auftritt und sich vor Heiratsanträgen nicht mehr retten kann.
Ein Abschiedslied beschloss den viel umjubelten Auftritt der vier Grazien.
Dem „Tschingderassabumm und Humpatätärä“ so mancher Bierzeltmusik stellten sich anschließend wieder die fein artikulierten Polkaklänge, schmissigen Märsche und schwungvollen Walzermelodien der jungen Musiker von den „Bixnputzern“ entgegen und sie zeigten damit, dass sich Qualität und gute Unterhaltung nicht ausschließen.
Die stetig kühler werdenden Temperaturen um den Seepark dezimierten zu später Stunde das Publikum merklich. Der Veranstalter kann jedoch mit dem Besuch und dem Erfolg der Veranstaltung sehr zufrieden sein. (krp)
Bildunterschrift zu ko-krp-Gaudinacht 4:
Vier Mädels und ihr Traumprinz. Lauter eigene Lieder von richtig frech und männerfeindlich bis nachdenklich und romantisch brachten „Zwoaraloa“.