Die Begrüßung der über 4 000 Zuschauer zu diesem lange vorbereiteten Event gebührte Bürgermeister Sepp Schmid, der sich noch einmal bei allen Helfern bedankte und einen stimmungsvollen Abend wünschte. Als Vorgruppe hatten die vier Musiker von „Fischermans Friends“ um Josef Fischer aus Furth i. Wald Aufstellung auf der Aktionsbühne genommen. Sie unterhielten die Konzertbesucher mit Oldies, gefühlvollen Rockballaden, zeitlosen Popsongs bis hin zur aktuellen Popmusik. Doch war dem Publikum die wachsende Anspannung und Vorfreude auf die Münchner Kultband geradezu anzumerken. Eine schier unübersehbare Menschenmenge jedweden Alters wollte den bayerischen Rock'n'Roll hören, obwohl der sich seit Jahrzehnten nicht verändert hat. Die „Spider-Murphy-Gang“ mit Frontman Günther Sigl bürgt halt immer noch für unzählige begeisterte Konzertbesucher. Arrach war (trotz des vorangegangenen Regenwetters) bestens gerüstet für den Auftritt der allseits bekannten Rockgruppe um Bandchef Günther Sigl und Frontman Barny Murphy. Gegen 21.30 Uhr kündigte das Einspielen des Elvis-Klassikers „Jailhouse-Rock“ (aus dem die Band ihren Namen hat) den Auftritt der sechs Musiker an. Sobald Willie, Ludwig, Günther, Barny, Otto und Paul die Bühne betraten, waren die Fans nicht mehr zu halten. Begeisterte Pfiffe und Beifall brandeten auf, als sich die Münchner Jungs, die schon 33 Jahre zusammen erfolgreich zusammen spielen, mit „Mia san a bayrische Band“ musikalisch vorstellten. Eigentlich könnten die Münchner ihr Set längst instrumental abspulen, denn das Publikum kannte jede Melodie, jeden Refrain, jede Geste der Gang. Die Kultband war aber keineswegs müde oder gar leise geworden und brachte mit ihren rockigen Gassenhauern die Stimmung sofort mächtig in Wallung. "Ein Wahnsinn", sagt eine ältere Dame in unmittelbarer Bühnennähe begeistert- und hält sich die Ohren. Man wird halt älter… Auch wenn die Temperaturen etwas wärmer hätten sein können – in der Zuschauermenge stiegen die sie zusehends. Zeit für eine kleine Tour durch Bayern: "Stop, stop, i wui nach Schwabing", singt Sigl, um dann schnell den Refrain zu ändern: "Stop, i wui nach Arrach.“ Auf die heutige Nacht anspielend meinte er „So a Nacht is wia gmacht füa a Rock-Roll-Rendezvous“, wogegen bei „Sommer in der Stadt“ das Vorstellungsvermögen des warm angezogenen Publikums gefragt war. Zwischen den Liedern unterhielt der Sänger und Entertainer das Publikum mit witzigen Anekdoten. Besonderes Kompliment an Günther, der gekonnt, locker und souverän durch die Veranstaltung führte. „Woits no mehr Rockn-Roll?“, war seine Frage an das Publikum, welches mit einem begeisterten „Ja!“ antwortete. „Oh, guad, mia kin ma eh nix anders.“, meinte er spitzbübisch, was ihm das Gelächter seiner Fans einbrachte. Und die „Rockn-Roll-Schuah“ der Konzertbesucher gaben Standfestigkeit auf dem Gelände. Ihre Lieder sind einfach Kult und bedürfen keiner weiteren Beschreibung mehr. Jeder – vom Enkel bis zum Opa - konnte die Texte und spätestens nach den ersten gespielten Akkorden auf dem Synthesizer sangen alle begeistert mit. Der Höhepunkt des Abends war aber eindeutig das Lied „Skandal im Sperrbezirk“ und es gab wohl keinen Konzertbesucher, dem die Telefonnummer 32-16-8 kein Begriff war. Ohne Pause, fast zwei Stunden nonstop fun mit vollem Einsatz aller Musiker. Die Band war super aufgelegt und machte auch mal den einen oder anderen Spaß. Nach mehreren Zugaben entließ das Publikum nur schweren Herzens die im Zuge der Neuen-Deutschen-Welle groß gewordene Band und Günther Sigl verkündete treffend zum Abschied „Aus is’ und wohr is’ und schod is’, dass gor is’“. Dem sind nur noch die Worte vom Bürgermeister Sepp Schmid anzumerken: „Der Seepark sagt DANKE“, und er tat dies mit einem wunderbaren Brillantfeuerwerk.